Vom Dreirad zum Zweirad

„Stopp! Max! Stooopp!“. Jawohl, Sie haben richtig geraten: Max lernt Radfahren. Der Name ist beliebig austauschbar, das laut gebrüllte „Stopp!“ jedoch dürfte allen Vätern und Müttern vertraut vorkommen. Radfahren will eben gelernt sein und bis dahin heißt es: üben, üben, üben. Doch es lohnt sich, weil Fahrradfahren für Kinder ein tolles Erfolgserlebnis ist, denn mit dieser Fähigkeit gehören sie schon ein Stückchen weit zu den „Großen“. Außerdem ermöglicht es ihnen eine neue Art der Fortbewegung, die den Aktionsradius schlagartig vergrößert. Plötzlich kann man weitere Strecken zurücklegen, mit den Eltern erst kleine, dann größere Radtouren unternehmen und natürlich darf man auch mal einen Zahn zulegen und raketenschnell durch die Gegend pesen. Radfahren macht einfach Spaß.

Es gibt keine generelle Regel, ab welchem Alter Kinder ihr erstes Rädchen bekommen sollen, am besten, Sie warten einfach ab, bis ihr Kind von selbst den Wunsch äußert, denn dann ist die Motivation auch groß genug. Es braucht nämlich einiges an Geduld – und zwar auf Seiten des Kindes, als auch auf Seiten der „Fahrlehrer“. Wer schon einmal ganze Nachmittage damit verbracht hat, im Laufschritt neben einem Kind auf seinem Rädchen herzurennen, dabei das Kind oder wahlweise das Fahrrad zu stützen und zu halten und zwischendurch Zorn, Verzweiflung und Tränen zu mildern, der weiß, wovon wir sprechen.

Auf die Balance kommt es an

Die meisten Kinder lernen heute das Radfahren im Grundschulalter. Klassenkameraden, die bereits versiert durch die Gegend radeln, können ein Ansporn sein. Vergleiche wie „Die Jana kann das schon lange, nimm dir mal ein Beispiel!“ dagegen sind alles andere als motivierend. Das wäre in etwa so, als würde ihr Sprössling zu Ihnen sagen: „Papa, Onkel Thomas kann aber viel besser einparken als du, obwohl sein Auto viel größer ist!“

Wahrscheinlich war Ihr eigenes Kinderrädchen noch mit Stützrädern ausgestattet, davon raten inzwischen alle Expertenmeinungen ab. Den Gleichgewichtssinn trainieren Kinder viel besser mit einem Roller oder einem Laufrad. Wobei gerade mit letzterem bisweilen von so manch kleinem Harakirifahrer schon fast halsbrecherische Geschwindigkeiten erreicht werden. Wer kein geübter Sprinter ist, sollte hier also mäßigend auf sein Kind einwirken!

Wobei wir gleich beim Thema Stürze und Verletzungen wären. Ganz ohne wird es wohl bei kleinen Fahrradamateuren nicht abgehen, aber Hinfallen, Abstützen, Umkippen und sich – und das Fahrrad! – wieder in eine startklare Position zu bringen, gehört zum Lernprozess dazu. Da bei Fahranfängern die Geschwindigkeit aber noch sehr gering ist, gehen die Stürze in der Regel ohnehin ohne Blessuren ab.

Vorsicht im Straßenverkehr!

Was Sie sich unbedingt vor Augen halten sollten: Die körperliche Fähigkeit, die Balance zu halten und Arm- und Fußbewegungen zu koordinieren, befähigt ein Kind noch längst nicht zur Teilnahme am Straßenverkehr. Kinder im Kindergartenalter sind als Verkehrsteilnehmer überfordert, denn sie nehmen ihre Umwelt ganz anders wahr als Erwachsene. Sie haben zum Beispiel einen eingeengten Blickwinkel und können nicht zielsicher zuordnen, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt. Ihr Gleichgewichtssinn ist noch nicht vollständig entwickelt und sie können Entfernungen und Geschwindigkeit schlecht abschätzen. Deshalb üben Sie mit Ihrem Kind am besten auf autofreien Plätzen, in der verkehrsberuhigten Straße, auf den Spazierwegen im Park, also überall dort, wo kein Konflikt mit anderen Verkehrsteilnehmern entstehen kann und genug Platz für aus dem Ruder laufende Kurvenversuche vorhanden ist.

Und weil man es nicht oft genug sagen kann: Wer aufs Fahrrad steigt, setzt vorher einen Helm auf. Dies gilt auch fürs Laufrad, denn wer von Anfang an ans Helmtragen gewöhnt ist, muss später nicht mehr darüber diskutieren. Basta.

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